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Laufend Geschichte & Gesellschaft - seit 2024

Heeresprüfstelle Raderach

Vor den Toren Friedrichshafens wurden im Zweiten Weltkrieg Triebwerke der A4-Rakete (V2) geprüft. Wir rekonstruieren die Geschichte dieses kaum bekannten Standorts und ordnen sie in das deutsche Raketenprogramm ein.

Raketengeschichte vor den Toren Friedrichshafens

Die Geschichte der modernen Raumfahrt lässt sich nicht von der militärischen Raketenentwicklung trennen. Ein bislang wenig bekannter Schauplatz liegt unmittelbar vor Friedrichshafen: die ehemalige Prüfstelle in Oberraderach. Während des Zweiten Weltkriegs wurden hier Triebwerke der A4-Rakete (V2) geprüft. Damit ist der Standort Teil der Forschungs- und Rüstungsstrukturen des nationalsozialistischen Raketenprogramms und verbindet den Bodenseeraum direkt mit dessen Geschichte. Das IART untersucht die Prüfstelle als Teil der regionalen Technik-, Militär- und Raumfahrtgeschichte und fragt nach ihrer Funktion im überregionalen Forschungs- und Rüstungsnetzwerk.

MerkmalWert
LageOberraderach, heute Stadtgebiet Friedrichshafen
FunktionPrüfstelle des Heeres für A4/V2-Triebwerke
Tarnname„Chemische Werke Oberraderach“
Bauzeit1942–1943
Zerstört16. August 1944
Heuteehemaliges Übungsgelände, teils Deponie

Leitfragen

Was wir herausfinden wollen

Teil 1 Entstehung & Betrieb Wann und unter welchen Voraussetzungen entstand die Prüfstelle? Welche Arbeiten wurden dort durchgeführt?
Teil 2 Beteiligte Welche Institutionen, Unternehmen und Personen waren beteiligt?
Teil 3 Netzwerk Wie war der Standort mit anderen Einrichtungen des Raketen- und Rüstungsprogramms vernetzt? Welche Rolle spielten Friedrichshafen und die Industrie der Bodenseeregion?
Teil 4 Nach 1945 Welche personellen, institutionellen und technologischen Kontinuitäten gab es? Wie wurde nach Kriegsende mit der Geschichte des Standorts umgegangen?

Die Prüfstelle in Daten

  1. 04/1942 Planung Beginn der Planungen für eine Prüfstelle des Heeres bei Raderach.
  2. 08/1943 Bau Bauarbeiten, zunächst vor allem durch Kriegsgefangene.
  3. 12/1943 Fertigstellung Die Anlage ist einsatzbereit.
  4. 01/1944 Stilllegung der Prüfstände Die Serienfertigung wird nach Mittelbau-Dora verlagert, Luftangriffe nehmen zu.
  5. 16.08.1944 Zerstörung Alliierte Luftangriffe zerstören die Anlage weitgehend.
  6. 25.09.1944 Aufgabe Der Standort wird endgültig aufgegeben.
  7. nach 1945 Nachnutzung Übungsgelände der französischen Streitkräfte, heute teils Deponie.